Der Osten Siziliens

An der S√ľdostk√ľste Siziliens

Am 6.1.22 erreichen wir mit der F√§hre den Hafen von Messina auf Sizilien. Wir steuern das K√ľstenst√§dtchen Torre Faro im NO an. Dort erstehen wir im B√ľro eines Onlineh√§ndlers ein flexibles Solarmodul (80W), da unsere Solartasche nach einem Jahr ihren Dienst versagt hat. Unser Verschlei√ü an Reifen, Batterien und Solartechnik ist hochūüėĮ.

Das √Ėrtchen Torre Faro gef√§llt uns gut. Wir n√§chtigen unterhalb eines 224 m hohen Stahlfachwerkturmes, der 1955 als Hochspannungsmast mit Pendant auf dem Festland errichtet wurde. Als 1994 unterseeische Kabel mit einer h√∂heren √úbertragungskapazit√§t verlegt waren, wurde der Mast unter Denkmalschutz gestellt und ab diesem Zeitpunkt als meteorologische Messstation, zur √úbung von H√∂henrettungen und als Antennentr√§ger verwendet.

Vom Übernachtungsplatz aus schauen wir auf die schmalste Stelle der Straße von Messina, wo gegenläufige Strömungen das Wasser aufwirbeln. Wir haben uns vor vielen Jahren mit unserer SY Rafaga erfolgreich durch den Sund gekämpft, ohne in die Tiefe gezogen worden zu sein! Antike Autoren lokalisierten hier die beiden mythologischen Ungeheuer Skylla und Charybdis, die nach Homer an der Meerenge hausten und die Durchfahrt sehr erschwerten.

Torre Faro und die Straße von Messina

Mit frischer Energie versorgt, geht es weiter an der Ostk√ľste entlang Richtung S√ľden.

Da wir Sizilien mit dem WoMo ein zweites Mal besuchen, lassen wir einige Highlights wie Taormina und im Hinterland die Schlucht von Pantalica, die Villa Romana del Casale sowie einige Barockstädte aus.

Catania allerdings zieht uns erneut an. Frisch Рund Fischmarkt faszinieren ebenso wie die Via Etna, die als Fußgängerzone direkt auf den Etna zuläuft.

In Siracusa besichtigen wir die Kathedrale Santa Maria delle Colonne. Sie zeigt heute nach Bauten und Umbauten mehrerer Jahrhunderte ein einzigartiges architektonisches Mischbild. Neben den immer noch als solche erkennbar gebliebenen Teilen des antiken Tempels sind Elemente der byzantinischen Baukunst, der normannischen Romanik und des sizilianischen Barocks in ihr vereint. Die Piazza Archimede mit dem Dianabrunnen ist nach dem Dom ein weiterer Anziehungspunkt auf der Halbinsel Ortigia.

Neben diesen beiden Gro√üst√§dten begeistert uns der kleine K√ľstenort Marzamemi. Um die aufgelassene Tonnara herum hat sich eine bunte Gastronomie angesiedelt, die den Ort liebevoll gestaltet.

Das alte Fischerdorf Marzamemi

Nach der Revivaltour begeben wir uns auf Entdeckungsreise abseits der bekannten Highlights.

Bei unseren Recherchen im Internet sto√üen wir auf die Schlucht Cava Grande del Cassibile, den sizilianischen Grand Canyon. Von Avola aus geht es in die Berge √ľber eine gut ausgebaute Serpentinenstra√üe. Auf einem Plateau bieten sich atemberaubende Aussichten hinunter in die Schlucht und √ľber das weitl√§ufige Hinterland. Der Abstieg √ľber unz√§hlige Treppenstufen ist leider ūüôĀ gesperrt.

Auf der gegen√ľberliegenden Seite der Schlucht sind in den steilen Felsw√§nden Grabh√∂hlen zu sehen, die aus dem 12. bis 8. vorchristlichen Jahrhundert stammen. Die Nekropole hat eine √§hnliche Geschichte wie die Totenstadt Pantalica in der N√§he von Siracusa, siehe Blogeintrag vom Januar 2020, und geh√∂rt zu den bedeutendsten bronzezeitlichen Zeugnissen auf Sizilien.

Nach einer Übernachtung am Strand unternehmen wir einen weiteren Ausflug ins Hinterland zur antiken Stadt Noto (bzw. Netum), die wie viele andere Städte im SO Siziliens durch ein verheerendes Erdbeben im Januar 1693 zerstört wurde.

Die Stadt war zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert eines der wichtigsten kulturellen, milit√§rischen und wirtschaftlichen Zentren im S√ľdosten Siziliens. Gesch√ľtzt durch imposante Mauern und abgeschirmt durch tiefe T√§ler des Mount Alveria wurde es nie gewaltsam eingenommen. Nur das heftige Erdbeben von 1693 konnte es zerst√∂ren und forderte im Val di Noto √ľber 60.000 Opfer.

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